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<channel><title><![CDATA[DJAWID C. BOROWER - Blog]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog]]></link><description><![CDATA[Blog]]></description><pubDate>Sun, 30 Aug 2026 23:44:39 -0700</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[TV-Feature on ART & PHILOSOPHY]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog/tv-feature-on-art-philosophy]]></link><comments><![CDATA[https://www.borower.com/blog/tv-feature-on-art-philosophy#comments]]></comments><pubDate>Mon, 17 Jul 2023 09:54:29 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.borower.com/blog/tv-feature-on-art-philosophy</guid><description><![CDATA[ 	 		 			 				 					 						  Ein Beitrag von ober&ouml;sterreich.tv &uuml;ber meine Ausstellung ART &amp; PHILOSOPHY in der Galerie Artosph&auml;re auf Schoss Puchenau bei Linz. Ausgestrahlt Juni 2023.&#8203;   					 								 					 						  &#8203;A feature by ober&ouml;sterreich.tv about my show ART &amp; PHILOSOPHY in the gallery Artosph&auml;re at Schoss Puchenau near Linz. &#8203;Broadcast June 2023   					 							 		 	         [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -15px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div class="paragraph">Ein Beitrag von <strong>ober&ouml;sterreich.tv</strong> &uuml;ber meine Ausstellung ART &amp; PHILOSOPHY in der Galerie Artosph&auml;re auf Schoss Puchenau bei Linz. Ausgestrahlt Juni 2023.<br /><br />&#8203;<br /></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:50%; padding:0 15px;"> 					 						  <div class="paragraph">&#8203;A feature by <strong>ober&ouml;sterreich.tv</strong> about my show ART &amp; PHILOSOPHY in the gallery Artosph&auml;re at Schoss Puchenau near Linz. <br />&#8203;Broadcast June 2023</div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>  <div class="wsite-youtube" style="margin-bottom:10px;margin-top:10px;"><div class="wsite-youtube-wrapper wsite-youtube-size-auto wsite-youtube-align-center"> <div class="wsite-youtube-container">  <iframe src="//www.youtube.com/embed/o6traxRfEEQ?wmode=opaque" frameborder="0" allowfullscreen></iframe> </div> </div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[September 05th, 2022]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog/september-05th-2022]]></link><comments><![CDATA[https://www.borower.com/blog/september-05th-2022#comments]]></comments><pubDate>Mon, 05 Sep 2022 07:07:23 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.borower.com/blog/september-05th-2022</guid><description><![CDATA[       Wenn Philosophie geschaut wird ...  &#8203;Seit der Antike sind Philosophie und Kunst verschiedene Wege gegangen. Sie besa&szlig;en zwar immer ein Nah-, wenn nicht sogar ein Liebesverh&auml;ltnis, zur Vereinigung kam es aber nur selten. Seit Nietzsche &auml;nderte sich dies. Die Philosophie nahm ihren Weg in die Literatur. Jedoch nicht in die bildenden K&uuml;nste. Was passiert, wenn nun die Malerei zum Medium der Philosophie wird? Der Charakter der Philosophie &auml;ndert sich wie auch d [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/200910-160x180_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <h2 class="wsite-content-title"><font color="#a82e2e" size="5">Wenn Philosophie geschaut wird ...</font></h2>  <div class="paragraph"><br /><font size="4">&#8203;Seit der Antike sind Philosophie und Kunst verschiedene Wege gegangen. <br /><br />Sie besa&szlig;en zwar immer ein Nah-, wenn nicht sogar ein Liebesverh&auml;ltnis, zur Vereinigung kam es aber nur selten. Seit Nietzsche &auml;nderte sich dies. Die Philosophie nahm ihren Weg in die Literatur. Jedoch nicht in die bildenden K&uuml;nste. <br /><br />Was passiert, wenn nun die Malerei zum Medium der Philosophie wird? Der Charakter der Philosophie &auml;ndert sich wie auch der des Bildes. Die Philosophie wird assoziativer und meditativer. Und das Bild&nbsp;&nbsp;will nun nicht mehr geschaut werden, sondern auch gelesen.<br />.</font></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[FAQ (FREQUENTLY ASKED QUESTIONS)]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog/instead-of-an-interview]]></link><comments><![CDATA[https://www.borower.com/blog/instead-of-an-interview#comments]]></comments><pubDate>Mon, 24 May 2021 14:21:47 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.borower.com/blog/instead-of-an-interview</guid><description><![CDATA[       Als K&uuml;nstler stelle ich mir fortlaufend Fragen und bekomme sie auch st&auml;ndig von Freunden, Sammlern und Kuratoren gestellt. Fragen zur Technik, zur Bildgestaltung, zu den Texten in meinen Bildern, vor allem zur Verbindung von Kunst und Philosophie. &nbsp;Die wichtigsten habe ich zusammengestellt und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Daraus entstand eine Art Interview, das durch seine Offenheit dem Textcharakter meiner Bilder n&auml;her kommt als ein geschlossener Essay.&nbs [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/200908-130x150_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><strong>Als K&uuml;nstler stelle ich mir fortlaufend Fragen und bekomme sie auch st&auml;ndig von Freunden, Sammlern und Kuratoren gestellt. Fragen zur Technik, zur Bildgestaltung, zu den Texten in meinen Bildern, vor allem zur Verbindung von Kunst und Philosophie. </strong><br />&nbsp;<br /><strong>Die wichtigsten habe ich zusammengestellt und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Daraus entstand eine Art Interview, das durch seine Offenheit dem Textcharakter meiner Bilder n&auml;her kommt als ein geschlossener Essay.&nbsp; </strong><br /><br /><strong><em>Djawid C. Borower </em></strong><br />&nbsp;_____________________________________<br /><br /><font size="7"><strong><em>D</em></strong></font><strong><em>ein Anliegen ist es, Kunst und Philosophie miteinander zu verbinden. Was bringt das der Kunst und was der Philosophie?</em></strong><br /><br /><strong>Sie haben ein Nahverh&auml;ltnis. Die Kunst gilt dabei als intuitiv und emotional, die Philosophie als rational. Kunst und Philosophie miteinander zu verbinden hei&szlig;t, etwas zu schaffen, was intuitiv, emotional und rational ist. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Du bezeichnest Deine Bilder als "Palimpseste".&nbsp; Wie kommst Du auf diesen Titel?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>In der Antike waren dies Manuskripte, die man mehrmals wiederverwendete, indem man sie abschabte und wieder beschrieb. </strong><strong>Palimpsest kommt aus dem Altgriechischen. "Palin" bedeutet "wieder" und "psaein" "abschaben". Dieser Begriff gibt pr&auml;zise meine Maltechnik wieder. Ich trage mehrere Schichten &Ouml;lfarbe auf und schabe sie partiell wieder ab. Au&szlig;erdem hat der Begriff f&uuml;r mich einen ganz eigenen Klang, der eine mythologische Tiefe in sich tr&auml;gt. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Du legst beim Abschaben Teile der unteren Malschichten frei. Es werden Farben, Formen und auch Textfragmente sichtbar.&nbsp; Was beinhalten diese Schichten genau? </em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Wenn ich ein klassisches &Ouml;lbild mit mehreren Lasuren anlege, dann baut eine Lasur auf der anderen auf. Die Lasuren korrespondieren miteinander und sind aufeinander abgestimmt. </strong><strong>Die Schichtungen in meinen Palimpsesten sind jedoch nicht auf Koh&auml;renz angelegt. Es k&ouml;nnen sich Spannungen, gar Widerspr&uuml;che zwischen den Ebenen ergeben. Das ist f&uuml;r mich das Reizvolle. </strong><br />&nbsp;<br /><strong>Meine Bilder baue ich sozusagen historisch auf. In der ersten Schicht male ich Bilder im Stil der Klassischen Moderne, der geometrischen Abstraktion oder des abstrakten Expressionismus. Diese Ebene liegt meinen Bildern zugrunde, auf sie baut meine Malerei auf. Von ihr grenze ich mich aber auch ab. </strong><br /><br /><strong><em>Ist das nicht schade, wenn Du ein Bild malst und es dann &uuml;bermalst?</em></strong><br /></div>  <span class='imgPusher' style='float:left;height:0px'></span><span style='display: table;width:auto;position:relative;float:left;max-width:100%;;clear:left;margin-top:0px;*margin-top:0px'><a><img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/200910-160x180.jpg?250" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 10px; margin-left: 0px; margin-right: 10px; border-width:1px;padding:3px; max-width:100%" alt="Picture" class="galleryImageBorder wsite-image" /></a><span style="display: table-caption; caption-side: bottom; font-size: 90%; margin-top: -10px; margin-bottom: 10px; text-align: center;" class="wsite-caption"></span></span> <div class="paragraph" style="display:block;"><strong>Wenn es mir besonders gelungen ist, ist es schon schade.&nbsp; Aber es ist letztlich sehr viel spannender, es zu &cedil;&uuml;bermalen und Teile frei zu legen. In den originalen Palimpsesten ist etwas &Auml;hnliches passiert. Im christlichen Mittelalter &uuml;berschrieb man vorwiegend antike, also "heidnische" Texte. Man verdeckte das, worauf man aufbaute. Das Andere ist nicht ausgelagert. Sondern es ist Teil des eigenen Korpus. Dieses inh&auml;rente Anderssein finde ich faszinierend und ist meines Erachtens ein Aspekt jeder Kultur und auch eines jeden Kunstwerks. </strong><br />&nbsp;<br /><strong>D<em>urch Deine Abschabungen werden auch Textfragmente sichtbar. Was sind das f&uuml;r Texte?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>H&auml;ufig sind es schriftliche Vorarbeiten zu meinen Bildern. Notizen. Exzerpte. Skizzen. Es sind Texte von Autoren, mit denen ich mich auseinandersetze. Oder auch meine eigenen Theaterst&uuml;cke. Die untere Schicht ist sozusagen mein k&uuml;nstlerisches Unterbewusstsein.&nbsp; Es ist das Nichtsichtbare, aber Vorhandene. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Was beinhaltet die oberste Schicht?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Die oberste Schicht ist&nbsp; ein&nbsp; ganzfl&auml;chiger Farbauftrag. Die Motive und Texte entstehen nicht, indem ich auf diese Schicht mit einem Pinsel noch einmal etwas auftrage, sondern indem ich etwas freilege und untere Schichten sichtbar mache.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>In Deinen fr&uuml;heren Bildern hast Du die Farbe mit einer Spachtel abgeschabt. Du machst das immer noch?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Ja. Der Vorgang hat sich nur vertieft. Fr&uuml;her habe ich nur eine einzige Farbschicht aufgetragen, jetzt sind es mehrere. Heute senke ich die Spachtel in das nasse &Ouml;l hinein und schabe Farbe ab, fr&uuml;her habe ich sie eher verwischt. Dadurch wird sowohl das Prozesshafte als auch das Gestalterische betont.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Auch f&auml;llt auf, dass Du fr&uuml;her sehr grafisch gearbeitet hast. Abgesehen von den Spuren des Abstreifens sind keine Pinselstriche und wenig Handschriftliches sichtbar. </em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Ich habe zun&auml;chst Arbeiten geschaffen, bei denen ich mehr oder weniger hinter meinem Werk zur&uuml;cktrete. Das Abschaben selbst war meine Handschrift.&nbsp; Jetzt ist der Autor wiedergekehrt. Ich signiere auch bewusst auf der Vorderseite, was eher un&uuml;blich geworden ist.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Die postmoderne Philosophie spricht vom "Tod des Autors". Du teilst diese These nicht?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Vereinfacht gesagt meint diese These, dass jedes Kunstwerk ein Produkt seiner Zeit ist. Die Postmoderne spricht von &bdquo;Diskursordnungen&ldquo;, die uns alle pr&auml;gen. Daran ist viel Wahres.&nbsp; Aber dennoch behaupte ich durch die Betonung meiner Handschrift sehr bewusst, dass diese These verk&uuml;rzt ist. Der Autor ist sichtbar da.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Du hast mehrere Bilder geschaffen, in denen Du das &bdquo;Palimpsest&ldquo; als eine kulturelle Metapher begreifst. Wie ist das zu verstehen?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>F&uuml;r mich ist es eine Metapher daf&uuml;r, dass Vorangegangenes nicht einfach weg ist, indem es durch das Nachfolgende abgel&ouml;st wurde. Oberfl&auml;chlich betrachtet ist China eine westliche Kultur. Aber unter dieser Schicht lebt noch das alte China weiter.&nbsp; In Europa schob sich das Christentum wie ein Gletscher &uuml;ber die Antike, die dann in der Renaissance wieder an die Oberfl&auml;che trat. Geschichte ist eher Prozess tektonischer Verschiebungen, in dem sich Platten &uuml;bereinander schieben, und zwar nicht fein s&auml;uberlich, sondern in Gemengelagen von Unten und Oben.&nbsp; Lineare Entwicklungen finden nur lokal und nur in kurzen Zeitspannen statt. </strong><br />&nbsp;<br /><strong>&Auml;hnliches gilt auch f&uuml;r Texte, mit denen ich ja in meinen Bildern arbeite. Wenn ich Platon zitiere, dann sehe ich mir erst einmal an, wie ich auf seine Gedanken reagiere, was ich empfinde, wie ich sie heute verstehe. Unter dieser obersten Schicht des intuitiven Verstehens liegen aber Jahrhunderte der Platon-Rezeption. Wie hat man den Text vor 100 Jahren verstanden, wie vor 1000 Jahren? Wie haben Platons Zeitgenossen ihn wohl aufgefasst? Wo liegen hier die Br&uuml;che, die Widerspr&uuml;che? Wo die Grenzen meines eigenen Verstehens? Philosophie ist aus meiner Sicht selbst ein Palimpsest.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Das klingt nach Dekonstruktivismus!?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Meine Methode hat auch viel damit zu tun. Aber ich nehme meinen eigenen intuitiven und emotionalen Zugang als oberste Schicht sehr ernst. Diese Form des Offenlegens ist ein sehr bewusster und gestaltender Akt, in dem ich als K&uuml;nstler und Autor sichtbar werde.&nbsp; </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Woher stammen die Texte in Deinen Bildern?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Haupts&auml;chlich sind es eigene Texte. Sie sind teilweise theoretisch, k&ouml;nnen aber auch sehr pers&ouml;nlich sein und meine eigenen Empfindungen zu einem Thema wiedergeben. Manchmal zitiere ich auch andere Autoren. </strong><br />&nbsp;<br /><em><strong>Deine Bilder wecken Assoziationen zu den Zeichnungen</strong><strong> von da Vinci, die ja auch einen starken Textbezug haben. Ist dies beabsichtigt?</strong></em><br />&nbsp;<br /><strong>Nat&uuml;rlich ist da Vinci inspirierend und ich habe mir seine Zeichnungen und auch seine Texte sehr genau angeschaut. Aber ich male nicht so wie ich male, weil ich da Vinci gro&szlig;artig finde, sondern weil ich Malerei, Handschrift und Philosophie miteinander verbinden m&ouml;chte. Die Assoziation zu da Vinci entsteht automatisch, da er auf seinen Bl&auml;ttern k&uuml;nstlerisch, theoretisch und handschriftlich gearbeitet hat und sein Werk so pr&auml;sent ist.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Zu welchen K&uuml;nstlern siehst Du eine N&auml;he?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Wie gesagt stelle ich in der ersten Schicht meiner Bilder die Verbindung her zu Klassikern der Moderne. Hier interessieren mich vor allem die geometrische Abstraktion eines Malewitsch oder Kandinsky und die fr&uuml;he Farbfl&auml;chenmalerei. Die Verbindung von Malerei und Handschrift haben bereits andere K&uuml;nstler praktiziert, wie etwa Cy Twombly. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Wie ist Dein Verh&auml;ltnis zur Konzeptkunst?</em></strong><br /></div> <hr style="width:100%;clear:both;visibility:hidden;"></hr>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0px;margin-right:0px;text-align:left"> <a> <img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/published/210110-160x180.jpg?1621867307" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <div class="paragraph"><br /><strong>Schwierig. Sie ist f&uuml;r mich das innere Andere. Die untere Schicht, auf die ich aufbaue.&nbsp; Konzeptkunst appelliert an den Kopf. Ich m&ouml;chte aber das Rationale, Emotionale und K&ouml;rperliche gemeinsam erlebbar machen. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>In der Malerei wird seit Picasso Schrift als gestalterisches Mittel eingesetzt. Du arbeitest mit Deinen Texten aber auch sehr inhaltlich. Worin besteht f&uuml;r Dich die Notwendigkeit, Deine Gedanken nicht auf Papier, sondern auf der Leinwand zu formulieren?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Eine wissenschaftliche Abhandlung ist darauf angelegt, etwas zu beweisen. Das will ein Kunstwerk nicht. Es ist offener. Anders als in einer Abhandlung bekomme ich in einem Bild verschiedene Aspekte eines Themas gleichzeitig pr&auml;sentiert. Hier wird ein Assoziationsraum geschaffen, der dem Betrachtenden die Freiheit l&auml;sst, sich eigene Gedanken zu machen. Eine wissenschaftliche Abhandlung suggeriert eine Objektivit&auml;t, die nicht vorhanden ist. Bei einem Kunstwerk ist es hingegen klar, dass es eine subjektive &Auml;u&szlig;erung des K&uuml;nstlers darstellt.&nbsp; Die Beziehung zwischen einem Kunstwerk und dem Rezipienten ist sehr viel intimer, emotionaler und subjektiver als bei der Lekt&uuml;re eines papierenen Textes.&nbsp; Das Buch wird zugeschlagen, der Bildschirm abgeschaltet. Wenn man das Gem&auml;lde bei sich zuhause h&auml;ngen hat, setzt man sich sein ganzes Leben lang damit auseinander. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Aber kann man diese Form noch als Philosophie bezeichnen?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Das kommt darauf an, wie man Philosophie definiert. H&auml;lt man die Wissenschaftlichkeit allzu hoch, w&auml;re Platon auch kein Philosoph, sondern ein dramatischer Autor. Zuviel Kunst! Die Antike wimmelte von Dichter-Philosophen: Heraklit, Xenophon, Empedokles etc. Ein Drittel der mathematischen Schriften aus dieser Zeit sind uns in Gedichtform &uuml;berliefert. Philosophie wurde gesprochen, gedichtet, geschrieben, gelebt. Erst durch ihre Verschulung musste sie vertextet werden und systematisch sein. Aber Philosophie ist nicht an eine Form gebunden.&nbsp; Daher kann Philosophie <em>auch auf einem Bild passieren.</em></strong><br /><br /><strong>Entscheidend ist f&uuml;r mich, was ihr Grundanliegen ist. Ich kn&uuml;pfe an die antike Vorstellung an. F&uuml;r Sokrates war Philosophie eine Hebammenkunst. Ihr ging es nicht darum, Inhalte zu vermitteln, sondern das eigene Erkennen anzuregen. Das kann auch ein Gedicht, ein Aphorismus, ein Bild.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Viele Philosophen meinen heute jedoch, dass ihre Disziplin Wissenschaft zu sein hat!?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Nichts gegen Wissenschaft. Philosophie kann aber auch anders sein. Sie kann auch mehr sein. In der Antike war sie eine Lebensform. Epikur hatte einen Garten, in dem sich B&uuml;rger, Het&auml;ren und Sklaven zum Philosophieren einfanden. Philosophie war ein Bekenntnis, auf eine bestimmte Weise die Welt zu sehen und auch so zu leben. Was heute die Kunst ist, war damals die Philosophie. Wenn sie auf die Wissenschaft eingeengt wird, treibt man den ausgegrenzten Teil in die Arme der Kunst. Das ist auch, was zurzeit passiert. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Wenn Teile der Philosophie in die Kunst auswandern, verschwindet dann nicht deren argumentativer Charakter?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>In den zweieinhalbtausend Jahren der Philosophie wurde argumentiert, demonstriert, wurden Gleichnisse erz&auml;hlt, Selbstgespr&auml;che gef&uuml;hrt, Predigten gehalten oder einfach nur Einsichten formuliert, die ein hohes Ma&szlig; an Plausibilit&auml;t haben: "Alles flie&szlig;t".&nbsp; Was meine Bilder angeht, argumentiere ich stellenweise auch. Aber ich bringe ebenso Beispiele, ich beschreibe meine eigenen Empfindungen. Ich schaffe Verweisungszusammenh&auml;nge. Ich schaffe ein Gedankenbild. Allerdings arbeite ich nicht daran, dass meine Argumentation zwingend ist. Das unterscheidet meine Bilder von einer wissenschaftlichen Abhandlung. Eine Abhandlung will einen Gedanken ganz klar vermitteln, ein Kunstwerk will offen sein.</strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Du berufst Dich auf die Philosophiegeschichte. Was f&uuml;r eine Bedeutung hat sie f&uuml;r Dich?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Mich auf der Leinwand mit den wichtigsten Philosophen zu besch&auml;ftigen, ist etwas ganz anderes, als wenn ich &uuml;ber sie eine Abhandlung schreibe. Die Zeitdimension l&ouml;st sich auf. Ich tausche mich &uuml;ber die grundlegenden Fragen mit Menschen aus, die vor tausend, zweitausend Jahren lebten. Wenn ich ihre Texte in &Ouml;l einkerbe, habe ich das Gef&uuml;hl, in einen Dialog mit ihnen zu treten. Es sind dann keine &Auml;u&szlig;erungen mehr aus einer l&auml;ngst vergangenen Zeit, sondern sie sind im Hier und Jetzt. Sie nehmen vor mir auf der Leinwand K&ouml;rper, Farbe und Form an. Abgesehen von dieser pers&ouml;nlichen Erfahrung denke ich, dass die &Uuml;berzeitlichkeit der Philosophie auch ihr gro&szlig;er Vorteil ist. Philosophie und Philosophiegeschichte voneinander zu trennen macht f&uuml;r mich keinen Sinn. Philosophie ist ebenfalls eine Form des Palimpsests. </strong><br />&nbsp;<br /><strong><em>Inwieweit beeinflusst die Tatsache, dass Du auf der Leinwand philosophierst, auch Deine Texte?</em></strong><br />&nbsp;<br /><strong>Einen Text auf einem Bildschirm zu entwickeln ist etwas anderes als auf einer Leinwand. Durch die Malerei, durch das langsame Eingravieren des Textes, durch die &Auml;sthetisierung der Schrift, durch die k&ouml;rperliche Erfahrung entstehen andere Gedanken. Es riecht anders, es f&uuml;hlt sich anders an, es ist sehr viel farbiger, sinnlicher, an der Leinwand zu formulieren. Der Gedanke gewinnt einen K&ouml;rper, er gewinnt an Emotionalit&auml;t. Er geh&ouml;rt zur Welt des Realen. Ja, das Medium beeinflusst meine Inhalte. Dass ich in meinen Bildern mehrere Farbschichten aufbaue und sie wieder abschabe, beeinflusst sicherlich meine Gedanken &uuml;ber das Thema "Palimpsest". Es gibt viele andere Thesen und Ideen, die durch meine Malerei inspiriert sind.&nbsp; Ich lerne etwas aus meinen Bildern. Sie l&ouml;sen etwas in mir aus. Ein Erkennen, Emotionen. Sie sind auch f&uuml;r mich selbst eine Art Hebammenkunst. </strong><br /><br /></div>  <div><div style="margin: 10px 0 0 -10px"> <a title="Datei herunterladen: interview_10mb.pdf" href="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/interview_10mb.pdf"><img src="//www.weebly.com/weebly/images/file_icons/pdf.png" width="36" height="36" style="float: left; position: relative; left: 0px; top: 0px; margin: 0 15px 15px 0; border: 0;" /></a><div style="float: left; text-align: left; position: relative;"><table style="font-size: 12px; font-family: tahoma; line-height: .9;"><tr><td colspan="2"><b> interview_10mb.pdf</b></td></tr><tr style="display: none;"><td>File Size:  </td><td>9955 kb</td></tr><tr style="display: none;"><td>File Type:  </td><td> pdf</td></tr></table><a title="Datei herunterladen: interview_10mb.pdf" href="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/interview_10mb.pdf" style="font-weight: bold;">Download File</a></div> </div>  <hr style="clear: both; width: 100%; visibility: hidden"></hr></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Studio-Tagebuch: Philosophie als Kunst]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog/philosophy-as-fine-art]]></link><comments><![CDATA[https://www.borower.com/blog/philosophy-as-fine-art#comments]]></comments><pubDate>Wed, 08 Jul 2020 17:04:57 GMT</pubDate><category><![CDATA[Art & Philosophy]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.borower.com/blog/philosophy-as-fine-art</guid><description><![CDATA[ 	 		 			 				 					 						      Djawid C. Borower. "ART & PHILOSOPHY".   Ich bin auf einen interessanten Essay des amerikanischen Philosophen Samuel Wheeler gesto&szlig;en, der eine Parallele zwischen Malerei und Philosophie zieht. Er schlie&szlig;t damit an &Uuml;berlegungen des franz&ouml;sischen Philosophen Jaques Derrida an, der&nbsp; Philosophie als eine Art Literatur definierte. Hier zwei Zitate aus "Philosophy as Fine Art" von Samuel Wheeler:"Die Kunst ver&auml;ndert sich, es werden Erge [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div><div class="wsite-multicol"><div class="wsite-multicol-table-wrap" style="margin:0 -0px;"> 	<table class="wsite-multicol-table"> 		<tbody class="wsite-multicol-tbody"> 			<tr class="wsite-multicol-tr"> 				<td class="wsite-multicol-col" style="width:98.992805755396%; padding:0 0px;"> 					 						  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0px;margin-right:0px;text-align:center"> <a> <img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/p-190903-oil-paper-28x38-ausschnitt_orig.jpg" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%">Djawid C. Borower. "ART & PHILOSOPHY".</div> </div></div>  <div class="paragraph"><br /><font size="2"><em><strong>Ich bin auf einen interessanten Essay des amerikanischen Philosophen Samuel Wheeler gesto&szlig;en, der eine Parallele zwischen Malerei und Philosophie zieht. Er schlie&szlig;t damit an &Uuml;berlegungen des franz&ouml;sischen Philosophen Jaques Derrida an, der&nbsp; Philosophie als eine Art Literatur definierte. Hier zwei Zitate aus "Philosophy as Fine Art" von Samuel Wheeler:</strong></em><br /><br />"Die Kunst ver&auml;ndert sich, es werden Ergebnisse erzielt und Probleme gel&ouml;st, aber es ist nicht klar, ob es einen "k&uuml;nstlerischen Fortschritt" im Sinne einer Ann&auml;herung an ein Ziel gegeben hat. Es gibt eine Entwicklung zwischen Botticelli und Monet, aber es ist schwierig einen Ma&szlig;stab zu bestimmen, der definiert, inwieweit wir irgendeiner Wahrheit n&auml;her gekommen sind, sei es einer Wahrheit &uuml;ber die Malerei oder die Welt."<br /><br />"Wie steht es mit dem philosophischen Fortschritt? Wie viel besser ist die Philosophie von heute als die Philosophie des vierten Jahrhunderts v. u. Z. oder die Philosophie der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts? Verwandte, aber unterschiedliche Probleme werden zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich behandelt."<br /><br />Wer den vollst&auml;ndigen Text lesen m&ouml;chte, bitte hier clicken: </font><br /></div>  <div style="text-align:left;"><div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div> <a class="wsite-button wsite-button-small wsite-button-normal" href="https://www.borower.com/essay-samuel-wheeler.html" > <span class="wsite-button-inner">The complete essay</span> </a> <div style="height: 10px; overflow: hidden;"></div></div>   					 				</td>				<td class="wsite-multicol-col" style="width:1.0071942446043%; padding:0 0px;"> 					 						  <div class="wsite-spacer" style="height:50px;"></div>   					 				</td>			</tr> 		</tbody> 	</table> </div></div></div>  <div><div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div> <hr class="styled-hr" style="width:100%;"></hr> <div style="height: 20px; overflow: hidden; width: 100%;"></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Da Vinci als Philosoph]]></title><link><![CDATA[https://www.borower.com/blog/da-vinci-als-philosoph]]></link><comments><![CDATA[https://www.borower.com/blog/da-vinci-als-philosoph#comments]]></comments><pubDate>Mon, 06 Jul 2020 06:18:02 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.borower.com/blog/da-vinci-als-philosoph</guid><description><![CDATA[Art &amp; Philosophy         Da Vinci als Philosoph  von Djawid C. Borower  Leonardo da Vinci wird in erster Linie als genialer K&uuml;nstler wahrgenommen, was nat&uuml;rlich seiner k&uuml;nstlerischen Virtuosit&auml;t zu verdanken ist. Der Reiz seiner Zeichnungen besteht jedoch gerade in ihrem konzeptuellen Charakter. Wir nehmen hier nicht nur eine beeindruckende Darstellung des Menschen wahr, sondern sehen und lesen auch da Vincis ausf&uuml;hrliche Reflexionen &uuml;ber einen Text des Vitruv,  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph" style="text-align:center;">Art &amp; Philosophy<br /></div>  <div><div class="wsite-image wsite-image-border-none " style="padding-top:10px;padding-bottom:10px;margin-left:0;margin-right:0;text-align:center"> <a> <img src="https://www.borower.com/uploads/1/9/3/0/19301011/bildschirmfoto-2020-07-05-um-12-40-57_orig.png" alt="Picture" style="width:auto;max-width:100%" /> </a> <div style="display:block;font-size:90%"></div> </div></div>  <h2 class="wsite-content-title"><font color="#da4444"><font size="6">Da Vinci als Philosoph</font></font><br /></h2>  <div class="paragraph"><strong>von Djawid C. Borower</strong><br /></div>  <div class="paragraph"><font size="2">Leonardo da Vinci wird in erster Linie als genialer K&uuml;nstler wahrgenommen, was nat&uuml;rlich seiner k&uuml;nstlerischen Virtuosit&auml;t zu verdanken ist. Der Reiz seiner Zeichnungen besteht jedoch gerade in ihrem konzeptuellen Charakter. Wir nehmen hier nicht nur eine beeindruckende Darstellung des Menschen wahr, sondern sehen und lesen auch da Vincis ausf&uuml;hrliche Reflexionen &uuml;ber einen Text des Vitruv, der eine Proportionslehre der menschlichen Gestalt beinhaltet. Da Vinci referiert diesen Text nicht nur, sondern korrigiert ihn auch. Seine Zeichnung ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem r&ouml;mischen Architekten.<br /><br />Da Vinici bindet die Darstellung des Menschen in einen Kreis ein. F&uuml;r Platon ist der Kreis und die Kugel die "</font><font size="2"><span>vollkommenste und sich selbst &auml;hnlichste aller Gestalten" und der Mensch in seiner Urform "kugelf&ouml;rmig". Es ist naheliegend, dass da Vinci sich auf diesen Gedanken bezieht. Das Blatt ist nicht nur eine virtuose Darstellung des Menschen, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Vitruv und Platon. Der Mensch als Inbild der Vollkommenheit. In diesem Blatt verbindet da Vinci Kunst und Philosophie. </span></font><br /><br /></div>]]></content:encoded></item></channel></rss>